Die 1. Außenwohngruppe (in Kirgistan!)
haben wir im Frühjahr 2017 mit kleinem Laden in der Stadt Bielovodsk – vom Sozialdorf Manas etwa 8 Kilometer entfernt, eröffnet. Hier leben Bewohner*innen die sich gut entwickelt haben, relativ selbständig, in einer Art Wohngemeinschaft zusammen. Auf dem dazugehörenden Grundstück entstand ein wunderschöner Gemüsegarten zur Selbstversorgung und als Arbeitsplatz für die Bewohner.

https://sozialdorf.org/bilder/nggallery/galleries/Aussenwohngruppe-1

 

 

 

 

Aidjan erlebt man als eine laute und bestimmende Persönlichkeit. Sie lebt mit Unterbrechungen seit der Eröffnung im Mai 2017 in der Außenwohngruppe und hilft dort im Haushalt, stellt selbständig verschieden Milchprodukte her und näht Sitzkissen.

Sie schätzt die Freiheit in der Außenwohngruppe und kommt nur noch selten nach Murake, wo sie zuvor 3 Jahre gelebt hat.

An ihre Kindheit denkt Aidjan nicht so gerne zurück. Als sie 8 Jahre alt war, starb ihre Mutter und ihre zwei älteren Schwestern übernahmen ihre Fürsorge. Bald waren sie mit ihr überfordert und gaben sie in das Kinderheim in Belowodsk. Ein erneuter Versuch, Aidjan mit 15 Jahren wieder bei sich aufzunehmen, scheiterte. Zwei Jahre später wurde sie vom Sozialdorf aufgenommen. Obwohl es ihr hier gut gefällt, vermisst sie ihre Heimatstadt Naryn und auch ihre älteren Schwestern, die beide mittlerweile eine eigene Familie haben.

 

Bayaman wurde in Jalalabad als gesundes Kind geboren. Durch einen Unfall in der Familie kann er seine Beine nicht mehr bewegen und sitzt im Rollstuhl. Er ist sehr kräftig, da er regelmäßig mit Hanteln trainiert. Darum gewinnt er immer wieder auch Armdrückwettbewerbe.

 

Er hat mit seiner Familie an verschiedenen Orten in Russland und Kirgistan gelebt. Seinen Eltern arbeiten in Russland und besuchen ihn, wenn sie in Kirgistan sind. Die Verwandtschaft in Kirgistan besucht ihn regelmäßig und unterstützt das Sozialdorf mit Sachspenden.

Er verbrachte 3 Jahre im Kinderheim in Belowodsk, besuchte jedoch nie eine Schule und hat nicht lesen und schreiben gelernt.

Als er 18 Jahre alt wurde, durfte er ins Sozialdorf Manas umziehen.

In den vergangenen Jahren lebte er im Sommer in der Außenwohngruppe und im Winter im Sozialdorf. Nachdem 2019 die Veranda der Außenwohngruppe verglast wurde, kann er ganzjährig dort leben.

Er näht sehr gut Filzkissen.

 

Bektur ist der Gelehrte unter den Bewohner*innen des Sozialdorf Manas. Er wäre so gerne Anthropologe oder Historiker geworden. Er ist 36 Jahre lebt in der Außenwohngruppe. Auch er näht mit Ausdauer Filzkissen.

Er spricht gerne mit den Freiwilligen über Könige, Revolutionen, Religionen und Geschichte. Er ist ein Mann der Philosophie. Manchmal bezeichnet er sich auch als Anarchisten. Mathematik fällt ihm schwer, aber er schnappt sich abends gerne die Freiwilligen und übt mit ihnen.

Er hat eine Familie, die er regelmäßig besucht. Aber seine Eltern sind selbst sehr arm und krank, so dass sie schon lange nicht mehr für Bektur sorgen können. Er sagt seine Kindheit war ganz normal. Er durfte bei Nadjeschda neun Jahre in die Schule gehen. Wegen einer Fehlstellung an den Beinen konnte er nicht in eine normale Schule gehen. Bildung ist in Kirgistan für behinderte Menschen nicht vorgesehen. Seine Eltern haben aber immer alles ihnen Mögliche unternommen, um Bektur ein normales Leben zu ermöglichen. Jetzt, wo sie ihn nicht mehr unterstützen können, ist auch er auf die Hilfe von Spendern angewiesen.

Nadja

In frühen Jahren gaben ihre Eltern Nadja in ein Kinderheim. Ihr Leben lang lebte sie in unter Jugendlichen in dynamischen sozialen Gefügen. Sie besuchte ein Internat und lernte dort für ein paar Jahre. Als Jugendliche lebte sie im Belowodsker Kinderheim, in dem sie mit einigen Bewohnern des Sozialdorfes schon Bekanntschaft und Freundschaft schloss.

Seit Sommer 2017 ist sie feste Bewohnerin der Außenwohngruppe und mischt seitdem den Laden auf. Sie ist so klug, wie dominant in ihrem Auftreten, erschafft Bilder und Kunstwerke, kann nach Belieben aber auch mal alles zum Stillstand bringen, wenn ihr der Sinn danach steht.

Im Winter 2017 ließ sie sich zur Köchin ausbilden und hat eine Leidenschaft für Schmackhaftigkeiten vom Herd entwickelt, der sie gerne nachgeht. Im Pflichtgeschehen ist sie an allen Aufgaben mit beteiligt – Arbeit im Garten, der Näh- und auch der Milchwerkstatt.

Im März 2020 wird Nadja heiraten und zu ihren Schwiegereltern ziehen – ein lang gehegter Wunsch geht in Erfüllung.

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Beschka

Wie Nadja, lebte Beschka in Kinderheimen, bis er das gleiche Internat besuchte, auf dem sich beide kennenlernten. Auch danach blieb der Kontakt im Belowodsker Kinderheim erhalten.

Beschka zog sehr schnell in die Außenwohngruppe, als er im Frühjahr 2017 ins Sozialdorf kam.

Er ist ein lebensfroher Charakter und nimmt kein Blatt vor den Mund. Seine offene Art heitert das Geschehen auf, hat ihn aber auch schon in brenzlige Lagen manövriert. Doch davon lässt er sich nicht trüben.

Auch Beschka absolvierte eine Kurzausbildung zum Koch und arbeitet seitdem regelmäßig in einem Café in Belowodsk als Küchenhilfe. In der Außenwohngruppe hat er seine Aufgaben in allen Arbeitsbereichen, ist aber vor allem in der Küche und der Waschküche tätig. Für seine Zukunft sieht er eine komplette Ausbildung zum Koch oder Konditor vor. Er möchte damit seinen Lebensunterhalt bestreiten und eines Tages ein eigenes Häuschen beziehen, sagte er ganz gelassen. Stress mache er sich damit nicht. 

 

 

 

 

Urmat kam im Sommer 2018 gemeinsam mit Almaz und Aman ins Sozialdorf, wo er die ersten Monate lebte. Ende 2018 ist er in die Außenwohngruppe gezogen und ein Jahr später begann er eine Ausbildung im Lyzeum. Gemeinsam mit Ruslan beschäftigt er sich dort mit Biologischem Gartenbau und wird sein Wissen später im großen Garten der Außenwohngruppe anwenden können. Zwischen dem Sozialdorf und dem Lyzeum soll einen Zusammenarbeit aufgebaut werden, die sowohl dem Sozialdorf, als auch den Absolventen des Lyzeums zu Gute kommen werden.

Urmat hat auch schon an Konditorei Kursen teilgenommen und lernt von Beschka das Kochen.

 

Seit dem Sommer 2019 lebt Aidjamal in der Außenwohngruppe. Auf Grund einer Infantilen Cerebal Parese sitzt sie im Rollstuhl. Die ersten 10 Jahre lebte sie zu Hause, doch als ihr Vater, der sie in der Familie versorgte, starb, kam sie ins Heim. Im Rehabilitationszentrum Malowodnoe lernte sie Nähen mit der Hand und der Handnähmaschine, Arbeiten mit Perlen und am Computer. Aidjamal kann sehr gut singen, vor einigen Jahren nahm sie an einem Gesangswettbewerb in Korea teil und gewann diesen.

Sie kann lesen und schreiben und spielt mit Ausdauer Gesellschaftsspiele.

 

 

 

 

 

 

Milchverarbeitung

In der Außenwohngruppe wird seit 2017 die Milch der eigenen Kühe im kleinen Stil verarbeitet. Die Bewohner machen eigenen Joghurt und Sahne.


 

Hauswirtschaft

Ein wesentlicher Teil der Außenwongruppe ist die selbständige Versorgung der Bewohner. D.h. sie sind so gut es geht eigenständig und sorgen z.B. für Ihre Mahlzeiten selbst.


 

Garten und Gemüsebau

Der hintere Teil des Grundstückes ist ein schöner, großer Garten, der mit den unterschiedlichsten und vielfältigen Gemüsearten angepflanzt ist. Auch dieser Bereich ist ein sinnstiftender Arbeitsplatz und dient zudem zur Selbstversorgung der Bewohner.

 

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